top of page

Empower
Growth

ADHS & Overthinking - Wenn dein Kopf nie "aus" geht


Es ist 23:48 Uhr.

Du bist müde. Wirklich müde.

Dein Körper will schlafen.

Aber dein Kopf?

Der diskutiert noch.

Er analysiert das Gespräch von heute Nachmittag.

Er formuliert Antworten auf Dinge, die nie gesagt wurden.

Er plant morgen. Und übermorgen. Und dein ganzes Leben.

Und irgendwann denkst du:

„Warum kann ich nicht einfach abschalten?“

Wenn du ADHS bei Frauen hast, kennst du dieses Gedankenkarussell wahrscheinlich sehr gut.


Es ist nicht nur Nachdenken. Es ist Overthinking.

Und es fühlt sich an, als gäbe es keinen Aus-Knopf.


Was ist Overthinking bei ADHS?

Overthinking bedeutet übermäßiges, kreisendes Denken. Gedanken wiederholen sich. Analysen laufen endlos. Szenarien werden durchgespielt.


Bei ADHS im Erwachsenenalter hat das oft mehrere Ursachen gleichzeitig:

  • innere Unruhe

  • emotionale Dysregulation

  • Rejection Sensitivity

  • Reizüberflutung

  • Schwierigkeiten mit mentalem Abschalten


Viele Frauen mit ADHS Symptomen bei Frauen berichten, dass ihr Kopf selbst in ruhigen Momenten aktiv bleibt.

Es ist wie ein Radio, das nie ganz verstummt.


Warum dein Kopf bei ADHS nicht abschaltet

Hier kommt der edukative Teil.

ADHS betrifft nicht nur Aufmerksamkeit.

Es betrifft auch die Regulation von Gedanken.


1. Schwierigkeit mit mentalem „Stoppen“

Menschen mit ADHS haben oft Probleme, einen Gedanken bewusst zu beenden.

Ein Gedanke triggert den nächsten. Und der nächste. Und noch einen.

Das nennt man auch verminderte Inhibition – also reduzierte innere Bremse.


2. Emotionale Verstärkung

Wenn ein Gedanke emotional geladen ist, bleibt er länger aktiv.


Zum Beispiel:

  • „War ich komisch?“

  • „Habe ich etwas Falsches gesagt?“

  • „Was, wenn sie sauer ist?“


Gerade in Kombination mit Rejection Sensitivity bei ADHS verstärkt sich dieses Grübeln massiv.


3. Reizverarbeitung

Das Gehirn bei ADHS bei Frauen filtert Reize anders.

Viele Eindrücke bleiben länger „offen“. Gespräche, Geräusche, Konflikte werden nicht automatisch verarbeitet und abgelegt.

Sie tauchen später wieder auf. Oft nachts.


4. Dopamin und Stimulation

Ein weiterer wichtiger Punkt:

Das ADHS-Gehirn sucht Stimulation.

Und manchmal sind Gedanken selbst eine Form von Stimulation.

Auch wenn sie anstrengend sind.


Typische Formen von ADHS & Overthinking

Vielleicht erkennst du dich hier:


1. Endloses Analysieren von Gesprächen

Du gehst jedes Wort noch einmal durch. Suchst versteckte Bedeutungen. Fragst dich, ob du zu viel warst.

Dieses soziale Overthinking ist bei Frauen mit unerkanntem ADHS sehr häufig.


2. Zukunftsszenarien bis ins Detail

Du planst alles durch. Was wäre, wenn? Und wenn das passiert? Und wenn das schiefgeht?

Dein Kopf versucht, Kontrolle zu schaffen.


3. Gedankliche Selbstkritik

Du führst innere Monologe über deine Fehler.

Viele Frauen mit ADHS im Erwachsenenalter tragen eine starke innere Kritikerin in sich.


4. Schlafprobleme durch Gedankenkarussell

Du bist erschöpft, aber dein Gehirn läuft.


Das führt oft zu:

  • Einschlafproblemen

  • unruhigem Schlaf

  • nächtlichem Aufwachen


Schlafmangel verstärkt wiederum ADHS Symptome. Ein Kreislauf.


Overthinking oder Angststörung?

Das ist eine wichtige Frage.

Overthinking bei ADHS kann sich wie eine Angststörung anfühlen. Und manchmal liegt auch beides vor.


Der Unterschied:

Bei ADHS ist das Grübeln oft impulsiv, sprunghaft und thematisch wechselnd.

Es springt von A nach B nach C.


Bei reiner Angststörung bleibt es meist stärker auf ein bestimmtes Thema fokussiert.


Eine genaue Abklärung bei ADHS im Erwachsenenalter kann hier Klarheit bringen.


Warum Overthinking deinen Selbstwert beeinflusst

Wenn dein Kopf ständig analysiert, kritisiert und zweifelt, bleibt wenig Raum für Ruhe.

Viele Frauen denken:

„Ich bin einfach zu verkopft.“

Doch in Wahrheit ist dein Nervensystem dauerhaft aktiv.


Dieses dauerhafte Denken führt zu:

  • mentaler Erschöpfung

  • Entscheidungsunfähigkeit

  • Selbstzweifeln

  • sozialem Rückzug


Und irgendwann glaubst du, dein Kopf sei dein Gegner.


Der Zusammenhang zwischen ADHS & emotionaler Dysregulation

Ein zentraler Punkt:

Overthinking ist oft ein Versuch, Gefühle zu kontrollieren.

Wenn Emotionen intensiv sind, versucht dein Gehirn, sie logisch zu lösen.

Du denkst, um nicht zu fühlen.

Doch paradoxerweise verstärkt genau das die innere Unruhe.


Was hilft bei ADHS & Overthinking?

Du kannst dein Gehirn nicht einfach abschalten. Aber du kannst lernen, anders mit ihm umzugehen.


1. Gedanken externalisieren

Schreib sie auf. Nicht schön. Nicht strukturiert. Einfach raus aus dem Kopf.

Viele Frauen mit ADHS bei Frauen profitieren stark vom Journaling.


2. Körper vor Kopf

Overthinking ist kognitiv.

Bewegung, Atemübungen oder kaltes Wasser helfen, das Nervensystem zu regulieren.

Erst der Körper. Dann der Gedanke.


3. Zeitfenster fürs Grübeln

Erlaube dir bewusst 10 Minuten „Denkzeit“.

Wenn Gedanken außerhalb dieses Zeitfensters auftauchen, sag innerlich: „Später.“

Das klingt banal, hilft aber dem ADHS-Gehirn bei Struktur.


4. Reize reduzieren

Weniger Input am Abend:

  • kein Doomscrolling

  • kein emotionaler Serienmarathon

  • weniger Nachrichten


Reizüberflutung verstärkt das Gedankenkarussell.


5. Professionelle Begleitung

Wenn Overthinking dein Leben stark einschränkt, kann Therapie oder ADHS Coaching helfen.

Gerade in Kombination mit Rejection Sensitivity oder starkem Selbstzweifel lohnt sich Unterstützung.


Dein Kopf ist nicht dein Feind


Vielleicht hast du dir oft gewünscht, einfach weniger zu denken.

Vielleicht beneidest du Menschen, die scheinbar abschalten können.


Aber dein Kopf ist nicht kaputt.

Er ist wach. Schnell. Sensibel. Verknüpfend.


Bei ADHS bei Frauen ist diese Gedankentiefe oft auch Quelle von Kreativität, Empathie und Intuition.


Das Ziel ist nicht, dein Denken auszuschalten.

Sondern ihm sanftere Bahnen zu geben.


Du bist nicht zu kompliziert.

Und dein Kopf ist nicht „zu viel“.


Er braucht nur Verständnis.

Und manchmal ein bisschen Unterstützung beim Zur-Ruhe-Kommen. 💛

 
 
 

Kommentare


bottom of page